Zum Hauptinhalt springen

Systemisches Coaching und Familienaufstellung | Magdeburg

Lebenswendepunkte prägen uns oft mehr als der Alltag dazwischen. In meinem Leben gab es einige davon, und von diesen möchte ich heute schreiben.

Die ersten 18 Jahre habe ich in einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt gelebt und bin dort aufgewachsen. Natürlich gab es dort auch Veränderungen – Veränderungen bestimmen unser Leben. Dennoch fühlen sich diese 18 Jahre relativ gleichförmig an, wenn ich betrachte, was danach passiert ist.

Viele Wendepunkte in meinem Leben haben mit tatsächlichen Wohnortswechseln zu tun. Und das nicht nur in die Stadt nebenan. Um meinen Wendepunkten den Raum zu geben, den sie verdienen, werde ich in den nächsten Wochen zu jedem Wendepunkt einen eigenen Blogbeitrag verfassen.

Hier kommen aber schon mal meine Top 5 Wendepunkte.

1. England – der Sprung ins Unbekannte

Auszug von zu Hause und damit Start ins Unbekannte: England. Dort habe ich einen europäischen Freiwilligendienst gemacht und mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet. Gelebt habe ich in einer internationalen WG (danke, Dafna) mit insgesamt 10 Menschen. Sie stammten aus Südkorea, Albanien, Taiwan, Österreich und Deutschland. Es war eine verrückte und sehr bereichernde Zeit.

Zum Ende hin stand die Frage „Wie geht es weiter?“ über allem. Ich entschied mich für ein Studium in Thüringen – leider wurden alle Bewerbungen abgelehnt.

2. Neuorientierung – Salzburg und Malmö

Also musste ich mich umorientieren. Ich wollte weiterhin ein Studium machen und suchte nach Möglichkeiten im deutschsprachigen Ausland. Und tatsächlich: In der Schweiz und in Österreich waren die Bedingungen andere. In der Schweiz hätte ich einiges an Geld in die Hand nehmen müssen, in Salzburg konnte ich mich einfach einschreiben. Wie gut, dass ich Salzburg zuvor schon besucht hatte – meine beste Schulfreundin machte dort einen Freiwilligendienst an der Waldorfschule, und ein Mitbewohner aus England kam ebenfalls von dort.

Ich startete mein Pädagogikstudium im Oktober 2015. Schon früh hatte ich den Wunsch, während des Studiums eine Auslandserfahrung zu machen. Eigentlich sollte es nach Spanien gehen, doch ich erreichte das nötige Sprachlevel nicht. Sehr kurzfristig bot sich stattdessen die Möglichkeit, nach Malmö in Schweden zu gehen. Innerhalb einer Woche im Juni 2017 war alles geregelt, und schon Ende August war ich dort.

In Malmö entschied ich mich zusätzlich, Soziologie zu studieren – für mich eine sinnvolle Ergänzung zur Pädagogik. Pädagogik schloss ich 2018 ab, Soziologie 2019. Mein Wunsch war es danach, einen Master zu studieren und mich in meiner Heimat bei einem Verein zu engagieren, der eine Wassermühle kaufen wollte.

3. Zurück in Sachsen-Anhalt

Was 2015 nicht geklappt hatte – einen Studienplatz in meiner Richtung zu bekommen – gelang 2019 an der OVGU. Ich bewarb mich für International Vocational Education und konnte diesen Master im Oktober 2019 beginnen. Ich war nun wieder näher an meiner Familie und konnte auch die Lucas Mühle tatkräftig unterstützen.

Im Dezember 2019 lernte ich meinen Mann kennen, mit dem ich während Corona im September 2020 offiziell zusammenzog (auch wenn ich mich schon Monate früher bei ihm eingenistet hatte). Nach meinem Master startete ich ins Berufsleben. Im Sommer 2022 nahm ich einen Job beim Malteser Hilfsdienst e.V. an – war mit meinem Gehalt aber nicht zufrieden. Deswegen suchte ich eine andere Stelle und bekam schließlich einen Job an der Uni Magdeburg, wo ich als Inhouse Consultant einen europäischen Uni-Verbund unterstützte.

4. Die Sinnkrise – und der Ruf der Selbstständigkeit

Auf diesen Job hatte ich mich sehr gefreut. Dort angekommen, merkte ich aber, dass ich gar nicht verstand, worum es dort eigentlich ging. Und bis heute habe ich damit so meine Schwierigkeiten.

Ich hatte schon lange den Wunsch, mich selbstständig zu machen, aber bisher waren mir die Ausreden zu groß. Im Dezember 2023 fuhr ich auf eine Heldenreise (große Empfehlung!). Dort wollte ich mich eigentlich dem Wunsch widmen, mich selbstständig zu machen – aber es kam anders. Ich wollte erst einmal meine kindliche Seite wieder stärker leben. Und wie kann man das besser tun als mit Kindern?

Ich wurde direkt schwanger.

5. Mutterschaft – mein bisher größter Lebenswendepunkt

Die Schwangerschaft, Geburt und das erste Jahr mit meiner Tochter waren ein großer Übergang. Auf der einen Seite habe ich mich sehr verloren – ich habe mich selbst sehr hintenangestellt und bin erst jetzt wieder auf dem Weg, mehr für mich zu tun. Aber es hat mir auch gezeigt, dass ich nicht länger warten will, dass ich meine Wünsche nicht länger aufschieben will.

Deswegen habe ich mich nach einiger Vorbereitung, einem Gründungskurs und vielen Gesprächen getraut, mich als Perspektivwandlerin selbstständig zu machen. Ich muss sagen: Es ist anders als erwartet. Ich bin insgesamt entspannter, als ich gedacht hätte. Meine Angst war, dass mir die finanzielle Unsicherheit große Sorgen bereiten würde – aber die tägliche Freiheit überwiegt deutlich.

Dennoch habe ich das Gefühl, auch aktuell an einem Wendepunkt zu stehen: Entweder es läuft gut, und ich kann hauptberuflich in der Selbstständigkeit bleiben – oder ich muss mich nach ergänzenden Möglichkeiten umschauen. So oder so: Der Grundstein für mein Unternehmen ist gelegt, und darauf kann ich immer aufbauen.


Ich bin gespannt, welche Lebenswendepunkte noch vor mir liegen – und wann sie sich zeigen.

Perspektivwandlerin | Systemisches Coaching & Familienaufstellung | Magdeburg | Juliane Vopel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert