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Systemisches Coaching und Familienaufstellung | Magdeburg

Manchmal stolpert man in Situationen, die einen völlig unvorbereitet treffen. Gestern war so ein Tag für mich: Ich habe einen Igel bei mir aufgenommen. Es war eine Begegnung, die mich tief berührt, gefordert und am Ende sehr viel gelehrt hat – über Tiere, den Umgang mit dem Tod und vor allem über meine eigenen Grenzen. Das Tier hat es am Ende leider nicht geschafft. Aber auch wenn die Situation schmerzhaft war und viele Tränen geflossen sind, hat sie rückblickend einen tiefen Frieden gefunden.

Ich möchte meine Erfahrungen teilen, weil ich hoffe, dass auch andere etwas daraus mitnehmen können:

1. Nicht lange zögern: Hinsehen und sich informieren
Wenn man ein Wildtier sieht, das sich ungewöhnlich verhält, schiebt man es oft erst einmal beiseite.  Mein Learning: Lieber einmal zu früh nachlesen, was für ein Tier normal ist und was Warnzeichen sind. Hätte ich das direkt getan, hätte ich vielleicht früher gehandelt.

2. Die Überwindung lohnt sich
Ich musste mich unglaublich überwinden, den Igel überhaupt anzufassen und hochzunehmen. Doch in diesem Moment passierte etwas Wundervolles: Ich habe die unglaubliche Schönheit dieses Tieres erkannt. Ihn so nah zu beobachten, hat mir extrem viel gegeben – ich bin jetzt offizieller Igelfan.

3. Aus dem Druck aussteigen und Grenzen wahren
In Notfall-Situationen entsteht schnell Hektik. Man telefoniert, holt Beratung ein, hört „Das ist ein Notfall!“, und plötzlich steht man unter enormem Druck. Mein wichtigstes Learning: Durchatmen und kurz rausgehen. Hilfe sollte niemals auf die eigenen Kosten gehen. Wenn es zu viel wird – für einen selbst oder das Tier –, darf man auch Nein sagen und sich die Zeit nehmen, die man braucht, um wieder klar handeln zu können.

4. Das Unvermeidliche annehmen
Rückblickend wurde mir klar, dass der Igel schon am Sterben war. In der Situation wollte ich das erst nicht wahrhaben und noch alles Mögliche versuchen. Später kamen Vorwürfe: Hätte ich nicht mehr tun müssen? Doch dann kam der Frieden: Weil er bei mir war, musste er keine stressige Autofahrt mehr mitmachen oder durch etliche Hände gereicht werden. Er durfte im Warmen und in Ruhe einschlafen.

5. Räume schaffen für Schutz, Abschied und Ritual
Als klar war, dass das Tier tot war, habe ich es für ein paar Stunden auf den Balkon gestellt – einerseits, um mich und meine Familie vor Parasiten zu schützen, andererseits, um erst mal durchzuatmen. Als mein Kind vom Mittagschlaf wach wurde, haben wir uns gemeinsam verabschiedet und eine Kastanie zum Igel gelegt. Abends habe ich ihn in einem Stoffbeutel weggebracht, der mir persönlich viel bedeutete – aber genau dafür fühlte es sich richtig an, ihn jetzt loszulassen.

Mein Fazit: Es hätte durchaus anders laufen können, aber für mich ist es jetzt okay so, wie es war. Ich habe unglaublich viel fürs nächste Mal mitgenommen und hoffe, dass diese Gedanken auch anderen helfen, in ähnlichen Situationen mit mehr Bauchgefühl, Ruhe und Selbstfürsorge zu handeln.

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